Aus der Zeitung

Interessantes aus Kenia ohne direkten Bezug zu den Schulen. Dieser Bereich kann auch von Gästen gelesen werden!
claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Heute ein paar Artikel (teilweise leichtere kost) zur teilweisen Öffnung der Schulen, seit heute soll in kenianischen Schulen in den Klassen 4, 8 und 12 wieder unterrichtet werden, wobei das noch nicht an allen Schulen - wohl aber an unserer - umgesetzt wurde:

Zahlreiche westliche Medien, darunter die BBC, berichten darüber, dass die Leitung einer Schule in Kirinyaga einige Klassenräume zu einer Hühnerfarm gemacht hat:
https://www.bbc.com/news/world-africa-53846442
Die kurze Zeit zwischen Ankündigung und Umsetzung der Schulöffnung bereitete der Schulleitung dann Probleme, denn zumindest ein paar Klassenräume mussten bis heute geräumt werden. Im Artikel werden aber auch ernstere Themen angesprochen, insbesondere die Situation der Lehrer an privaten Schulen, die teilweise über Monate ohne Einkommen waren und sich Alternativen suchen mussten.

Bilder aus verschiedenen Teilen Kenias vom ersten Schultag nach langer Zeit:
https://nation.africa/kenya/photos/chil ... ol-2463210

Eltern von Schülern aus anderen Klassen sollen sich darauf vorbereiten, dass die Schule in ein bis zwei Wochen auch für sie öffnen wird. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen:
https://nation.africa/kenya/news/educat ... ol-2463232

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

In Kwa Watoto hat es mit der teilweisen Wiedereröffnung (Klassen 4, 8 und 12) nach allem, was wir wissen, gut geklappt. Wir hoffen, im Laufe der Woche konkretere Informationen aus nairobi zu bekommen, die wir dann im internen Bereich des Forums veröffentlichen werden.

Hier ein allgemeiner Bericht zum ersten Schultag in verschiedenen kenianischen Schulen:
https://nation.africa/kenya/news/educat ... cs-2463994

Danach waren in der primary school ca. 58% Prozent der Schüler aus den Klassen 4 und 8 zurück, in der secondary school (form 4, entspricht Klasse 12) etwa 48%. Auf den ersten Blick mag es überraschen, dass der Anteil bei den älteren geringer ist, aber man sollte bedenken, dass in Kenia in der secondary school recht viele Schüler weit weg vom Zuhause in die Schule gehen. Da kann es nicht verwundern, dass die Eltern erstmal schauen wolten, wie alles so läuft, bevor sie die Jugendlichen auf die teure Reise schicken. An vielen Schulen gab es aber auch Probleme und einige waren noch nicht ausreichend vorbereitet und haben deshalb gar nicht geöffnet.

Sehr unschön sind die Berichte aus einer Mädchenschule, an der die Schülerinnen mit Desinfektionsmittel eingesprayt wurden, obwohl dieses Mittel für eine solche Anwendung nicht geeignet ist:
https://nation.africa/kenya/news/educat ... 9--2474658

Es gibt erste Gerüchte, wie die Regierung die Schuljahre wieder so in die Reihe bringen wollen, dass ein Schuljahr im Januar beginnt und im Dezember endet:
https://nation.africa/kenya/news/educat ... ar-2463986
Danach soll das Schuljahr 2021 quasi als Crashkurs von Mai bis Dezember durchgezogen werden, damit im Januar 2022 wieder alles in der Reihe ist. Dazu wird es sicher noch einige Diskussionen geben.

ankkay
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von ankkay »

Danke für diese Informationen, Claus!

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Was Covid-19 betrifft, sehen die letzten Zahlen aus Kenia nicht allzu gut aus. Am heutigen Sonntag wurden 685 Neuinfektionen gemeldet, das ist der höchste Stand seit dem 8.August. Insgesamt sind in Kenia bis heute 44881 Fälle gemeldet worden. 832 Patienten sind gestorben. Auch in Kenia behaupten kritiker, dass die steigenden Zahlen hauptsächlich auf eine größere Testzahl zurückzuführen sind, aber diese These ist meiner Ansicht nach nicht haltbar. Es wurde zwar in den letzten Tagen mehr getestet, aber die Zahl der Neuinfektionen ist deutlich stärker gestiegen als die Zahl.

Vom vor einigen Wochen offiziell genannten Ziel, die Positivrate dauerhaft unter 5% zu drücken, ist Kenia im Moment sehr weit entfernt. Die heute gemeldeten 685 Neuinfektionen wurden bei 4912 Tests entdeckt, das ist eine Positivrate von fast 14% (*). In den letzten sieben Tagen wurden bei 30778 Tests 3335 Neuinfektionen entdeckt, das ist eine Positivrate von 10,84%

Wie man auf https://nation.africa/kenya/news/kagwe- ... es-2484220 nachlesen kann, hat Staatssekretär Mutahi Kagwe heute sehr nachdrücklich an die Bevölkerung appelliert, das Virus ernst zu nehmen. Unter anderem sagte er:

There is no doubt that we are headed for a second wave

(*) Das kenianische Gesundheitsministerium hat allerdings andere Rechenregeln, denn von dort heißt es auf Twitter (https://twitter.com/MOH_Kenya/status/13 ... 9763313669 ):

Today, 685 people have tested positive for the virus, from a sample size of 4,912 tested in the last 24 hours. This is a positivity rate of 12%, up from around 4% when we relaxed containment measures.

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Es sind Einzelfälle und es kann eigentlich nicht überraschen, dass es zu solchen Fällen kommt, aber sie werden die Diskussion, ob und wann die Schulen komplett öffnen sollen, sicherlich schwieriger machen: An zwei kenianischen Schulen gab es Fälle von Covid-19, einmal war ein Schüler betroffen, im anderen Fall zwei Mitarbeiter der Schule (keine Lehrer):

https://nation.africa/kenya/news/fear-p ... 19-2486082

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Nicht nur Deutschland, auch Kenia hat heute einen neuen Höchststand für Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Mit 1068 Neuinfektionen lag die Zahl erstmals über 1000. Die Positivrate ist mit 14% weiter gestiegen. Insgesamt sind aus Kenia jetzt 47212 Infektionen gemeldet worden, 870 Patienten sind gestorben. Der Schwerpunkt der Neuinfektionen scheint sich wieder nach Nairobi zu verschieben, von dort wurden heute 305 Neuinfektionen gemeldet:
https://nation.africa/kenya/news/covid- ... es-2719380

Ein ganz anderes Thema: Seit Wochen werden von vielen kenianischen Seen steigende Wasserstände gemeldet. Periodische Wasserstandsschwankungen gab es auch früher an den Seen, aber so schlimm wie dieses Mal war es wohl schon seit sehr langer Zeit zum Beispiel am Lake Baringo und am Lake Naivasha nicht mehr. Die Gründe für dieses Phänomen scheinen nicht geklärt, aber es wäre wohl zu einfach, das auf den Klimawandel zu schieben. Viele Gebäude und auch ganze Dörfer wurden schon überschwemmt und ein Ende ist im Moment nicht abzusehen. Ein recht langer Artikel zum Thema findet sich auf https://www.africanews.com/2020/10/22/k ... ive-highs/

Mir ist nicht ganz klar, ob die ebenfalls stark angestiegenen Wasserstände am Turkwel-Damm in Turkana zur gleichen problematik gehören. Jedenfalls ist der Stausee (?) im Moment zu 92% gefüllt und man erwartet, dass er Anfang November überlaufen könnte. Zitat aus https://nation.africa/kenya/business/-t ... y--2655438

The spillage is projected to result in flooding downstream mainly in Turkana County with more than 30,000 households in Lodwar, Katilu, Loyapat, Nakwomoru, Orwa, Nadato, Mukus and Kainuk [to] be affected


Menschen in den gefährdeten Regionen in Turkana wurden aufgefordert, sich in sichere Gebiete zu begeben. Warum man nicht vorher kontrolliert Wasser ablassen kann, ist mir nicht klar.

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