Aus der Zeitung

Interessantes aus Kenia ohne direkten Bezug zu den Schulen. Dieser Bereich kann auch von Gästen gelesen werden!
AndreaN
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von AndreaN »

Hallo,
ich mache mir auch ziemlich Sorgen. Besonders wenn ich Artikel wie diesen hier lese:
https://www.nation.co.ke/news/education ... index.html
Ich hoffe wirklich sehr das die Schulen nicht wirklich für ein Jahr geschlossen bleiben. Wie viele meiner Patenkinder ich dann je wiedersehen werde, steht dann wohl in den Sternen. :cry: :( :cry:
LG,
Andrea
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claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

In der Zwischenzeit ist die Zahl der bestätigten Fälle in Kenia auf 158 gestiegen, sechs Patienten sind gestorben. Damit war der Anstieg nicht so stark wie im worst-case-scenario der Regierung beschrieben, aber das ist natürlich überhaupt kein Grund für Entwarnung. Die Regeln wurden verschärft, so darf niemand mehr aus dem Großraum Nairobi ausreisen und niemand darf von außen in den Großraum Nairobi einreisen:

https://www.nation.co.ke/news/Uhuru-ban ... index.html

Die Corona-Krise hat das Heuschreckenproblem etwas aus den Schlagzeilen verdrängt. Es besteht aber weiterhin die große Gefahr, dass die zweite Welle der Heuschreckeninvasion ab ca. Mai viel größer sein wird als die erste. Pessimistische Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der Heuschrecken in der zweiten Welle um einen Faktor 20 höher sein wird als in der ersten. Das würde wohl die Lebensmittelversorgung von weiten Teilen Ostafrikas gefährden. Es gibt aber auch optimistischere Stimmen, die daran glauben, dass die Heuschreckenplage wirkunsvoll eingedämmt werden kann. Das Problem liegt zum Teil darin, dass sich die Heuschrecken im Jemen und im Iran vermehren, wogegen man aus Ostafrika natürlich nur wenig machen kann:

https://www.nation.co.ke/news/Brace-for ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Die Zahl der an Corona erkrankten Personen steigt in Kenia weiterhin sehr langsam, aber natürlich kann niemand sagen, ob das die Ruhe vor dem Sturm ist. Aktuell (einschließlich der Zahlen vom heutigen Sonntag) wurden in Kenia 197 Personen positiv auf das Virus getestet, 8 sind gestorben.

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Schulschließungen auf private Schulen.
https://www.nation.co.ke/news/education ... index.html
In dem Artikel wird der Private Schools Association chief executive Peter Ndoro mit folgenden Worten zitiert.
Private Schools Association chief executive Peter Ndoro yesterday said unlike other businesses, schools will not be able to pay their teachers and other staff salaries at the end of the month. “Private schools entirely depend on the school fees paid by parents, meaning if this pandemic continues, most of these schools will cease to exist. Already things are very difficult on our side as since the beginning of March we have not received any income from our clients, who are the parents,”,” said Mr Ndolo.

Im Kwa Watoto Centre & School haben die Lehrer und anderen Angestellten dank unserer Zahlungen übrigens ein Gehalt bekommen. Da aber auch an unseren Schulen die Zahlungen der Eltern von nicht bepateten Schülern völlig ausbleiben, konnte nur gut die Hälfte des ohnehin nicht hohen normalen Gehalts gezahlt werden. Auch für unsere Schulen gilt sicherlich, dass sie gefährdet sind, wenn die Schulschließungen lange anhalten.

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Weiterhin gibt es in Kenia einen linearen, nicht aber einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen. An den Tagen von Montag bis heute sind 11, 8, 9 und 9 Fälle hinzugekommen.Damit liegt das Land bei insgesamt 234 Fällen. Bislang gab es 11 Tote : https://www.nation.co.ke/news/Kenya-Cov ... index.html

In der Öffentlichkeit müssen in Kenia jetzt Gesichtsmasken getragen werden: https://www.nation.co.ke/news/You-face- ... index.html Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe von bis zu 20.000 Shilling oder mit Gefängnis bestraft. Ob ausreichend Masken verfügbar sind und wie sich die Preise entwickeln, wird intensiv diskutiert. Einige kenianische Firmen stellen jetzt einfachen Masken her. Teilweise sollen Masken auch kostenlos an bedürftige abgegeben werden, aber da ist noch viel unklar.

Der ohehin höchst umstrittene und teilweise entmachtete Governor von Nairobi, Mike Sonko, hat sich in den Augen vieler mal wieder kräftig blamiert, als er empfahl, Cognac als Schutzmaßnahme gegen Covid-19 zu trinken, und ankündigte, deswegen in geplante Lebensmittelpaketen auch eine kleine Flasche Hennessy zu packen :
https://nypost.com/2020/04/15/kenyan-po ... rus-packs/
Die Firma Hennessy selbst sah sich genötigt, darauf hinzuweisen, dass der Genuss ihres Cognacs nicht vor dem Virus schützt. In anderen veröffentlichungen wird darauf hingewiesen, dass der Cognac nicht mal als Desinfektionsmittel taugt, da der Alkoholgehalt mit 40% zu gering ist.

Kleine diplomatische Differenzen gab es zwischen Kenia und Tansania, nachdem der tansanische Präsident magufuli im kenianischen Fernsehen als "stubborn" bezeichnet wurde. Hintergrund ist, dass die Maßnahmen gegen Covid-19 in Tansania deutlich weniger rigide sind als in Kenia. Zwar wurden auch in Tansania Schulen geschlossen und große Versammlungen verboten, aber der Verkehr bleibt weitgehend ohne Einschränkungen und es gibt keine Ausganssperren oder ähnliches. In der Zwischenzeit hat sich das kenianische Fernsehen entschuldigt: https://www.bbc.com/news/live/world-africa-47639452

Zur Heuschreckenplage gibt es weitere recht beunruhigende Prognosen: https://www.nation.co.ke/news/Brace-for ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Auch in den letzten Tagen gab es neue Covod-19-Fälle in Kenia, aber es ist weiter ein langsamer Anstieg und keine exponentielle Zunahme. Mit den Zahlen vom heutigen Sonntag (8 neue Fälle, 2 neue Todesfälle) liegt Kenia bei insgesamt 270 Fällen. 14 Personen sind gestorben: https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

Teile von Kenia mussten in den letzten Tagen auch mit sehr starken Regenfällen und in der Folge mit Überschwemmungen und Erdrutschen fertig werden. Besonders betroffen ist das County West-Pokot im Nordwesten Kenias an der Grenze zu Uganda. Die Anzahl der Opfer und der Schaden können noch nicht beziffert werden, aber es hat Tote gegeben Einige Gebiete sind zur Zeit nur mit Hubschraubern erreichbar.
https://www.aljazeera.com/news/2020/04/ ... 19115.html
https://www.nation.co.ke/counties/elgey ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

In den letzten beiden Tagen gab es mit 17 und 16 Neuerkrankungen etwas höhere Zahlen als in den Tagen davor. Die Gesamtzahl ist damit auf 336 gestiegen, die Anzahl der Toten liegt unverändert bei 14. Die neuen Fälle wurden ausschließlich in Nairobi und Mombasa beobachtet. Die ursprünglich für drei Wochen angesetzte nächtliche Ausgangssperre läuft in den nächsten Tagen ab, aber es ist wohl von einer Verlängerung auszugehen:
https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

Am Mittwoch hat Präsident Uhruru ein längeres Radiointerview gegeben. Darin bekräftigt er, dass er eine komplette Ausgangssperre und ein weitgehendes Herunterfahren der Wirtschaft vermeiden möchte, weist aber auch daraufhin, dass es zu viele Kenianer gibt, die den Ernst der Situation noch nicht erkannt haben und die Anweisungen der Regierung ignorieren. Er sagt auch, dass das KCSE und das KCPE im Herbst wie geplant stattfinden sollen:
https://www.nation.co.ke/news/KMTC-esca ... index.html

Zur Situation der Schüler gab es in der heutigen Nation einen längeren Artikel: https://www.nation.co.ke/news/education ... index.html
Die Regierung ist der Ansicht, dass ein neu eingerichtetes Angebot, in dem viele Unterrichtsmaterialien online zur Verfügung gestellt werden, dafür sorgt, dass die Kinder weiter lernen und sich auf Prüfungen vorbereiten können. Das ist aber vermutlich sehr weit entfernt von der Praxis. Für die Schüler unserer Schulen bringt dieses Angebot natürlich gar nichts, da niemand zu Hause einen Computer hat und es den Familien auch nicht möglich ist, Mobiltelefone für diesen Zweck einzusetzen. Das gilt natürlich auch für sehr viele andere Schulen in vielen Regionen des Landes. Aber auch für Familien aus der Mittelschicht ist die Nutzung dieses Angebots oft kaum möglich.

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

In einer Rede an die Nation hat Präsident Kenyatta, dass die nächtliche Ausgangssperre und das weitgende Verbot von Verkehr nach und von Nairobi (ebenso für Mombasa , Kilifi und Kwale) um 3 Wochen verlängert wird. Außerdem nennt er einige Programme, mit denen in Kenia Arbeitsplätze geschaffen werden, die direkt mit der Coronakrise zusammenhängen. So nähen 4048 Schneider und Schneiderinnen aus armen Regionen Schutzmasken. Das Ziel ist, 250.000 Masken pro Tag zu nähen. Kenyatta weist darauf hin, dass in ersten Prognosen von 10,000 Infizierten bis Ende April ausgegangen war. Mit aktuell 343 Fällen (heute sind 7 dazu gekommen) liegt Kenia weit darunter, aber das heißt nicht, dass der Kampf gegen das Virus schon gewonnen wurde. Die vollständige Rede kann man unter anderem hier nachlesen:

https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Die Schulen in Kenia bleiben auch im Mai geschlossen. Der "Education Cabinet Secretary" rechnet aber mit einer Öffnung im Juni und bleibt dabei, dass das KCSE und das KCPE wie geplant zum Ende des Jahres durchgeführt werden können:

https://www.nation.co.ke/news/education ... index.html

ankkay
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von ankkay »

Danke, dass du uns auf dem Laufenden hälst, Claus!

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Die Zahl der nachgewiesen Covid-19-Erkrankungen in Kenia steigt weiterhin langsam, aber stetig. Durchschnittlich kommen ca. 10 Fälle pro Tag hinzu. Zum Glück also bislang keine exponentielle Zunahme, aber auch keine Entwarnung. Aktuell liegt Kenia bei 384 Fällen, 15 Patienten sind gestorben, 129 sind genesen: https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

Wenn man in Kenia erkrankt oder auch "nur" Kontaktperson war und deshalb in Zwangsquarantäne muss, kann das teuer werden. Hier ein Beriicht über eine Familie, die mit 5 Personen in Quarantäne musste und jetzt vor einer nicht unerheblichen Rechnung (ca. 1500 Euro) steht: https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

Restaurants werden in Kenia bald wieder öffen dürfen. Allerdings gibt es strenge Auflagen. So müssen alle Mitarbeiter auf das Virus getestet werden. Ein solcher Test kostet in Kenia ca. 100 Euro und das werden sich viele Restaurantbetreiber wohl nicht leisten können: https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

Ein Blick in die Nachbarländer: Den Vergleich zu Tansania finde ich deshalb interessant, weil Tansania dutlich weniger strikte Einschränkungen verhängt hat als Kenia. Bis gestern schien das keine wesentlichen Auswirkungen auf die Fallzahlen zu haben. Heute meldete Tansania aber eine erschreckende Zunahme um 196 auf 480. Ich hoffe sehr, dass diese Zunahme auf irgendeinen Artefakt zurückzuführen ist: https://www.nation.co.ke/news/africa/Co ... index.html

Uganda ist bislang mit 79 Fällen bei ca. 35 Millionen Einwohnern sehr gut durch die Krise gekommen. Einige dieser Fälle waren übrigens durch LKW-Fahrer aus Kenia und Tansania ins Land gekommen. Das ist für Uganda, ein Land ohne Seehafen, ein heikles Thema, denn viele Waren kommen auf der Straße ins Land. In Uganda wird jetzt an einem Plan für die Lockerung der bestehenden Einschränkungen gearbeitet: https://www.nation.co.ke/news/africa/Ug ... index.html

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