Aus der Zeitung

Interessantes aus Kenia ohne direkten Bezug zu den Schulen. Dieser Bereich kann auch von Gästen gelesen werden!
claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

An den letzten drei Tagen sind in Kenia 12, 15 und 24 neue Fälle hinzugekommen, damit liegt das Land bei 435 Erkrankten liegt. Die Nation schreibt, dass die 24 Fälle von heute die höchste Zahl an Neuerkrankungen an einem Tag war. Das wundert mich etwas, denn am 2.April waren 29 neue Fälle gemeldet worden. Dennoch ist die Zunahme der Zahlen in den letzten Tagen vermutlich ein Grund zur Sorge. Sie ist allerdings zum Teil auch durch eine Ausweitung der Testzahlen zu erklären. So stammen 7 der neuen Fälle aus Kawangware (nicht in der Nähe von Soweto, Kurzbeschreibung bei Wikipedia siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Kawangware ), wo am Freitag mit Massentests begonnen wurde. An Covid-19 gestorben sind in Kenia bislang 22 Personen:

https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

In einem Artikel vom 28.4. ( https://www.nation.co.ke/health/Covid-1 ... index.html ) gibt es auch Angaben zu Stadtteilen Nairobis, in denen Fälle aufgetreten sind. Dort heißt es:

For example, Pipeline had five cases, South C and Utawala had four cases, Kawangware three cases, Tassia, Kibra, Parklands, Kitisuru, and Buruburu had two cases each. Runda, Eastleigh, Donholm, Kasarani, Hurlingham, Madaraka, and Lavington had one case each.


Soweto wird nicht erwähnt, aber zum Beispiel Tassia und Donholm sind nicht so weit entfernt. Kasarani wiederum liegt in der Nähe der Garden City Mall, wo wir die letzten Male unsere Unterkunft hatten.

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Die Zahlen von gestern ließen schon erwarten, dass Kenia in einer Phase ist, in der die Zahlen pro Tag steigen. Heute hat sich das jedenfalls bestätigt, denn mit 30 neuen Erkrankungen gab es den bislang höchsten Wert. Damit liegt die Gesamtzahl bei 465. Von den 30 neuen Fällen wurden 19 aus Mombasa, 8 aus Nairobi, 2 aus Bungoma und einer aus Kitui gemeldet. und Es gab zwei weitere Todesfälle, so dass jetzt 24 Personen in Kenia an Covid-19 gestorben sind.

In der heutigen Pressekonferenz (es gibt jeden Tag eine zum Thema Covid-19) war neben den Statistiken das Hauptthema, dass viele Kenianer die aufgestellten Regeln missachten. Das gilt sowohl für Privatleute, die die Abstandsregeln ignorieren und/oder keine Masken tragen. Es gibt aber auch Probleme mit Restaurants, die ja seit kurzem wieder öffnen dürfen, sich aber an strnge Regeln halten sollen, was nicht überall passiert. Ein weiteres Problem sind die Matatus, die zurzeit deutlich weniger Fahrgäste auf einmal transportieren dürfen. Auch diese Regel wird oft ignoriert. Und schließlich gibt es auch Probleme mit einigen Religionsgemeinsschaften. heute wurden konkret muslimische Gemeinden erwähnt, die die Moscheen füre nächtliche Gebete geöffnet haben. In den vergangenen Tagen war aber auch von christlichen Gemeinden berichtet worden, die sich nicht an die Regeln halten.

Schließlich wurde nochmal dazu aufgerufen, dass die Kenianer das Angebot zur kostenlosen Testung in Hotspots (in Nairobi sind das jetzt Kawangware und Eastleigh, in Mombasa Mvita, Kisauni and Likoni) nutzen. Ich fürchte ja, dass sie damit bei vielen auf taube Ohren stoßen, solange positiv getestete Personen die dann folgende Quarantäne selbst bezahlen müssen.

https://www.nation.co.ke/news/Kenya-rec ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Wie schon am Sonntag vermutet, nehmen die Covid-19-Fälle zurzeit in Kenia zu. Heute wurde mit 45 Neuerkrankungen die bislang höchste Zahl an einem Tag gemeldet. Die Gesamtzahl liegt damit bei 535. 29 der neuen Fälle wurden aus Nairobi gemeldet, alle 29 aus Eastleigh. Erfreulicherweise gab es keine neuen Todesfälle:

https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Heute sind weitere 47 Fälle von Covid-19 in Kenia hinzugekommen, darunter 32 in Mombasa und 11 in Nairobi. In Mombasa gab es zwei neue Todesfälle, wobei es beunruhigt, dass diese zwei Personen zu Hause gestorben sind und, wenn ich das richtig verstehe, nicht wegen Covid-19 in Behandlung waren.

Die Fälle in Nairobi verteilen sich auf Eastleigh (5), Kasarani (2), Kibra, Umoja, Dandora and Karen (je 1). Eastleigh in Nairobi und Old Town in Mombasa wurden zu Hotspots erklärt. Aus diesen Stadtteilen darf kaum jemand heraus oder in sie hinein (erstmal für die nächsten 15 Tage). Märkte und Restaurants in beiden Stadtteilen müssen geschlossen bleiben.

Am Sonntag hatte ich ja erwähnt, dass viele Kenianer aus besonders betroffenen Gebieten das Angebot zum kostenlosen Test nicht nutzen. Die Regierung hat jetzt beschlossen, im Falle eines positiven Tests die Kosten für die Quarantäne zu übernehmen, da diese Kosten natürlich sehr abschreckend waren.

https://www.nation.co.ke/news/Kenya-rec ... index.html

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Ein recht interessantes Interview zur Einschätzung der Lage findet sich unter https://www.nation.co.ke/news/Dr-Loice- ... index.html Es trägt den titel "It will get worse before it gets better."

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Die starken Regenfälle in weiten Teilen Kenias haben bislang fast 200 Todesopfer gefordert. Die Wettervorhersage geht davon aus, dass es am kommenden Wochenende weitere starke Regenfälle geben wird. Das gilt auch für Nairobi, wobei die Haupstadt bislang wohl halbwegs glimpflich davongekommen ist: https://www.nation.co.ke/news/Heavy-rai ... index.html

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Vor ein paar Tagen hatte ich erwähnt, dass das Nachbarland Tansania nicht so strikte Maßnahmen gegen das Virus ergriffen hat und dass Tansania bei der Zahl der Fälle an Kenia vorbeigezogen ist. In der Zwischenzeit liegt Kenia wieder vorne, weil Tansania seit Tagen keine neuen Fälle gemeldet hat. Es scheint aber sehr unwahrscheinlich, dass es keine neuen Fälle gibt. Ich vermute jedenfalls einen Zusammenhang mit einer Rede, die der tansanische Präsident Magufuli am 3. mai gehalten hat. In der Rede hat er die veröffentlichten Zahlen angezweifelt und erklärt, dass es Qualitätsprobleme mit den Tests gibt. Er hat Proben von Ziegen und selbst einer Papaya mit menschlichen Namen versehen und testen lassen. Dabei gab es angeblich positive Ergebnisse. In der Folge ist der "national community health laboratory director" entlassen worden.
https://www.aljazeera.com/news/2020/05/ ... 00809.html
https://www.nation.co.ke/news/africa/Ta ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Nach den zwei Tagen mit jeweils über 40 Neuerkrankungen hat sich die Entwicklung zumindest nicht weiter beschleunigt. An den letzten drei Tagen gab es 25, 14 und 28 neue Fälle. Die Gesamtzahl liegt damit bei 649. Bislang sind in Kenia 30 Menschen an Covid-19 gestorben:
https://www.nation.co.ke/news/28-more-t ... index.html

Das Gesundheitsministerium veröffentlich neue Zahlen unter anderem auf Twitter:
https://twitter.com/moh_kenya
Zu den heutigen Zahlen kann man unter anderem lesen, dass es auch drei Fälle in Embakasi gegeben hat. Zu Embakasi gehören unter anderem der Flughafenbereich, ein teil der Industrial Area und auch Soweto mit unseren Schulen. Da Embakasi sehr groß ist, läßt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten, wie nah Corona an die Schulen gekommen ist. Die Familien unserer Kinder sind aber ohnehin über eine große Fläche verteilt.

In Kariobangi, einer informellen Siedlung gar nicht so weit weg von der Garden City Mall (da, wo wir bei den letzten Reisen übernachtet haben), wurden zu Beginn der Woche zahlreiche Unterkünfte mit Bulldozern zerstört, da diese Gebäude (Hütten, aber wohl auch grüßere Gebäude) auf land standen, dass die (Ab-) Wasserbehörde für sich beansprucht. Angeblich haben dabei 7000 Familien ihre Bleibe verloren. Verständlicherweise wird in Kenia intensiv diskutiert, ob diese Räumung ausgerechnet zu Cornazeiten erfolgen musste:
https://www.nation.co.ke/counties/nairo ... index.html
Die Voice of America berichtet in diesem Zusammenhang von gewalttätigen Demonstrationen, die die Polizei unter Einsatz von Tränengas aufgelöst hat:
https://www.voanews.com/africa/kenyans- ... tion-homes

Es ist häufig so und auch dieses Mal bedeutet starker Regen im Land kurzfristig nicht unbedingt mehr Sicherheit bei der Wasserversorgung. Tatsächlich ist die Wasserversorgung in einigen Teilen Nairobis im Moment stark eingeschränkt, nachdem Erdrutsche zu erheblichen Schäden an einem Damm geführt haben:
https://allafrica.com/stories/202005090136.html

Selbst in meiner Tageszeitung war ein Bild von der neuen Frisurenmode "Corona Style" aus Nairobi zu sehen. Wer diese Mode noch nicht kennt, kann sie zum Beispiel unter
https://s3.reutersmedia.net/resources/r ... XMPEG3T0XQ
oder unter
https://www.todayonline.com/world/nairo ... irus-style
bewundern. Ich habe gewisse Zweifel, dass deutsche Friseure diese Frisur im Angebot haben, aber Ihr könnt ja mal fragen ;-)

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Der im letzten Beitrag genannte Link zum Twitterkonto des kenianischen Gesundheitsministeriums war falsch. Ich habe ihn jetzt korrigiert.

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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Vor genau zwei Monaten wurde in Kenia der erste Fall von Covid-19 nachgewiesen. Mit den heute hinzugekommenen 28 neuen Fällen liegt das Land jetzt bei genau 700 Erkrankten, von denen 33 gestorben sind:

https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Weiterhin steigt die Anzahl der Fälle mit ca. 20 neuen Fällen pro Tag an. Es gibt also zum Glück keine Beschleunigung, aber eben auch keine Verlangsamung. Aktuell liegt Kenia bei 758 Fällen. 42 Patienten sind an Covid-19 gestorben:

https://www.nation.co.ke/news/Coronavir ... index.html

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In der gestrigen Pressekonferenz des Gesundheitsministeriums waren die LKW-Fernfahrer ein Thema. Diese werden jetzt vor Grenzübertritt getestet. Gestern wurden 25 Fahrer positiv getestet und an der Einreise aus Tansania nach Kenia gehindert. Diese 25 Personen tauchen übrigens nicht in der Statistik für Kenia auf, weil sie auf tansanischem Boden getestet wurden. Bislang habe ich sie aber auch nicht in der Statistik für Tansania gesehen, aber die ist allem Anschein nach ohnehin ein Thema für sich.

https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

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Weite Teile des Landes (nicht so sehr Nairobi) sind weiterhin von starken Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen. Bislang sind durch die Fluten 237 Personen zu Tode gekommen. Viele Flüsse sind über die Ufer getreten, der Wasserstand am Victoriasee ist der höchste seit 1958 und auch der Lake Naivasha ist sehr voll:

https://www.nation.co.ke/news/Death-tol ... index.html

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Seit Wochen gibt es in der kenianischen Politik interessante Entwicklungen, die ich aber nicht durchschaue. Schon 2018 hat es den berühmten Handschlag zwischen Präsident Uhuru Kenyatta und dem Oppositionsführer Raila Odinga gegeben. Nach den letzten Wahlen sprach ja vieles dafür, dass der aktuelle Vizepräsident William Ruto der neue Kandidat der Regierungspartei Jubilee für das Präsidentenamt sein würde. Ruto war aber mit diesem Handschlag nicht einverstanden, weil er - wohl zu Recht - fürchtete, dass diese Entwicklung seine Chancen auf das Präsidentenamt 2022 schmälern würde. Jetzt scheint ein offener machtkampf zwischen dem Kenyattalager und dem Rutolager ausgebrochen zu sein. So wurden in der vergangenen Woche Ruto-Verbündete aus ihren Ämtern entfernt. Ein Hintergrundbericht dazu findet sich unter https://www.nation.co.ke/news/politics/ ... index.html Eine Merkwürdigkeit (aus meiner Sicht) der kenianischen Verfassung ist, dass der Präsident den Vizepräsidenten nicht entlassen kann.

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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Mit 49 neuen Fällen und 5 neuen Todesfällen war der heutige Tag der bisher traurigste Tag in der Coronakrise in Kenia. Vermutlich ist die hohe Zahl der entdeckten Neuinfektionen auch darauf zurückzuführen, dass es an zwei Orten in Nairobi (auch im Nordteil von Embakasi) kostenlose Massentests angeboten wurden, aber man muss wohl davon ausgehen, dass Kenia den Höhepunkt der Erkrankungswelle noch nicht erreicht geschweige denn überschritten hat. Die Gesamtzahl der Erkrankten liegt jetzt bei 830, von denen 50 gestorben sind.

Die nächtliche Ausgangssperre wurde bis zum 6. Juni verlängert, ebenso die Transportbeschränkungen für Nairobi, Mombasa und einige andere Regionen. Bei ca. einem Drittel der in der vergangenen
Woche entdeckten Neuinfektionen sind die Erkrankten aus Somalia oder Tansania eingereist. Deshalb werden die Grenzen weitgehend für den Personentransport geschlossen. Warenverkehr ist aber weiterhin möglich. LKW-Fahrer werden weiterhin an der Grenze getestet, in der abgelaufenen Woche wurden 78 LKW-Fahrer an der Grenze positiv getestet und an der Einreise gehindert.

https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

claus
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Re: Aus der Zeitung

Beitrag von claus »

Die Zahlen der letzten drei Tage scheinen auf eine Beschleunigung des Krankeitsgeschens in Kenia hinzudeuten. Nach 57, 25 und 51 Fällen steht die Gesamtzahl jetzt bei 963 Fällen. Erfreulicherweise gab es keine neuen Todesfälle:
https://www.nation.co.ke/news/Covid-19- ... index.html

Mal wieder ein paar Worte zum Nachbarn Tansania: Ich hatte ja vor ein paar Tagen geschrieben, dass Zahlen aus Tansania ein Thema für sich sind. Auch in den letzten Tagen wurden aus Tansania keine Neuerkrankungen gemeldet, aber auf https://www.worldometers.info/coronavir ... /tanzania/ kann man zum 8. Mai lesen:
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Today, the Ministry of Health announced that the government has suspended reporting Covid19 figures because of work currently taking place at the National Health Laboratories. Once the improvements are completed, official reporting will resume. The last official report indicated 480 confirmed cases in the country. However, the semi-autonomous region of Zanzibar has announced 29 new cases and 5 additional deaths
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Seitdem gab es auch aus Sansibar keine neuen Zahlen. Es gibt also aktuell keine verlässlichen Zahlen aus Tansania. Die doch recht große Zahl von an der Grenze zu Kenia positiv getesteten LKW-Fahrern lässt mich vermuten, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, aber der tansanische Präsident Magufuli sieht das anders, wie man unter https://www.nation.co.ke/news/africa/Ma ... index.html nachlesen kann. Nach seiner Einschätzung ist die Zahl der Fälle in Tansania zurückgegangen, so dass die ohnehin recht geringen Einschränkungen bald aufgehoben werden sollen. Hoffentlich rächt sich das nicht.

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